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Bauwerk

Kirchen künden nicht nur vom kirchlichen Gemeindeleben, sie sind zugleich Zeugen baugeschichtlicher Entwicklung. Bei der Konzeption unserer Kirche liessen sich die Architekten von der Zweckmässigkeit moderner Formen und moderner Baustoffe leiten. Sie wollten eine "Dorfkirche" bauen, eher an die (damals noch bestehende) Weite der bäuerlichen Landschaft denkend, als an die umgebenden halbstädtischen Wohnhäuser. Der Bau sollte Bezug zu seinem Standort nehmen. Daher ein grosses - Turm und Kirchenhaus umschliessendes Dach, das auf allen Seiten weit heruntergezogen, das Bauwerk gleichsam aus den umgebenden Feldern herauswachsen lässt. Daher auch ein Raum, dessen Dach die Gemeinde ganz umschliessen soll, der mehr Wände als Fenster hat.

Der Kirchenbau hat keine rechtwinklige Gestalt und doch eigentlich vier Eckpfeiler, jeder für den Bau von besonderer Bedeutung. Dem folgend entstand der Gedanke, die Erscheinung dieser Pfeiler künstlerisch auszuprägen und Symbole für die Marienkirche zu schaffen. Als Themen wurden mit dem Bildhauer Dieter Bohnet aus Stuttgart Anrufungen der Gottesmutter aus der Laurentanischen Litanei festgelegt.

Betritt man das Innere der Kirche, wird man beeindruckt von der Weite und der umfangenden Grosszügigkeit eines schützenden Daches. Zwischen dem Dach und der Krone der Betonmauern ein farbig gestaltetes Fensterband. Die Komposition des Malers Hans Schreiner aus Stuttgart folgt der liturgischen und architektonischen Sinngebung des Raumes so, dass die Formen und Farben vom Auseinanderstrebenden an der Rückwand sich zum Einklang am Altar steigern.

Oder anders interpretiert: Die an der Rückwand noch breiten, wenig farblichen Fenster verdichten sich "zur Mitte hin", wo über dem Altar der Crucifixus, eingebettet in eine Rundform aus Aluminiumguss´, als eine Art Schlussstein die Verbindung zwischen dem zum Himmel strebenden Turmdach und den in der Erde gefügten Mauern bildet. Davor steht der Altar, ein mächtiger, roh behauener Naturstein, geschaffen von Wilhelm Hambach, Neustadt. Der Altar birgt die Reliquien des Hl. Donatus (um 280) und des Hl. Prosperus (um 460). Die Kerzenleuchter sind (wie Crucifixus, Vortragskreuz und Tabernakel) vom Bildhauer Franz Bucher aus Rottweil geschaffen.


Der Tabernakel trägt in erhabenen Schriftzügen gegossen folgende Aufschriften:

Ego sum panis vivus qui decoelo descendi / si quis manducaverit ex hoc pane / vivet in aeternum et panis quem ego dabo / caro mea est pro mundi vita

Das heisst übersetzt: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wenn jemand (wer) von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot das ich geben werde, ist das Fleisch (die Nahrung) für das Leben der Welt.


Als sichtbares Zeichen des Kirchennamens bewundern wir das neben dem Altar aufgestellte Madonnenbildnis. Um 1400 wurde es von einem unbekannten schwäbischen Meister geschaffen. Die Kirchenbänke sind, dem Grundriss der Kirche folgend, fast halbkreisförmig angeordnet. Sie lassen das Gefühl des Versammeltseins um den Altar aufkommen. Im rückwärtigen Teil der Kirche befindet sich die Taufkapelle mit einem schlichten Taufbecken, ebenfalls gestaltet von Wilhelm Hambach.